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IKKM Lectures | Cranachstr. 47, Salon

11. Januar |  19:00   |  Wolfram Nitsch (Köln)

»TERRAIN VAGUE. Zur Poetik des städtischen Zwischenraums in der französischen Moderne«


Das Konzept des terrain vague widersetzt sich der Definition wie auch der Übersetzung. Selbst in jüngsten Diskussionen über Raumtheorie und Raumpraktiken wird zwar häufig erwähnt, aber kaum auf spezifische Weise kommentiert. Als leerer, nutzloser und verlassener Ort, als städtische Lücke, Industriebrache oder als Grauzone scheint sich das terrain vague der konzeptionellen Festschreibung sowie der kartographischen Lokalisierung zu entziehen. Ausgehend von systematischen Betrachtungen der Beziehung des terrain vague zu verwandten Begriffen, wie »Heterotopie« (Foucault), »Nicht-Orte« (Augé) oder »Dead Zone« (Doron), soll der Werdegang dieses Konzepts in der modernen französischen Literatur und Kultur nachvollzogen werden, insbesondere in der Mythologie Paris’, wie sie von surrealistischen Dichtern und Photographen entworfenen wurde, und in der Ethnologie der Peripherie, welche das zeitgenössische Schreiben über die Hauptstadt Frankreichs heimsucht. Aus anthropologischer Sicht wirft diese Kurzdarstellung die Frage auf, inwiefern der Zwischenraum des terrain vague, vor dem Hintergrund einer wachsenden Dezentrierung und Verunstaltung des städtischen Raums, ein Reservat für Grenzerfahrungen der Überschreitung darstellt.


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