1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31
Tagesansicht | Monatsansicht | Heute

IKKM Lectures | Cranachstr. 47, Salon

07. Dezember |  19:00   |  Michel Chion (Paris)

»Die visuelle Typonomie im Kino im Spiegel der Geschichte: benannte Orte und gezeigte Orte«



Es ist allgemein bekannt, dass der Ort einen Ortsnamen impliziert, oder etwas, das man auf Französisch als »lieu-dit« bezeichnet. Jedoch erlaubt das Kino sowohl etwas zu zeigen, ohne es zu benennen, als auch etwas zu benennen, ohne es zu zeigen. So kultiviert beispielsweise das französische Kino eine Tradition, in der die Orte und Straßen keine Namen tragen, die gezeigt oder ausgesprochen würden. Die Tradition, dem Filmtitel den Namen einer realen oder imaginären Stadt zu verleihen (und somit diesen Namen im Vorspann visuell anzuführen), ist alt: z.B. die großen Stummfilmmontagen von Berlin in CASABLANCA (1943) von Michael Curtiz, über ROMA von Fellini und DOGVILLE (2003) von Lars von Trier. Dieser letzte Film, auf den ich insbesondere eingehen werde, entwirft im Übrigen eine Stadt, die wie ein Lageplan oder Grundriss gezeichnet ist, und durch einen Szenenaufbau ohne Wände dargestellt wird, in dem sich die Darsteller durch die Innen- und Außenräume ihrer Wohnung bewegen und indessen sichtbar bleiben.
Das Bild der geographischen Karte (welche Orte mit Namen überschreibt, oder zumindest ihre zweidimensionale Projektion) im Kino, wie man sie etwa in CASABLANCA sieht, soll mit den dreidimensionalen Repräsentationen der Welt konfrontiert werden, wie sie durch Phänomene wie Google Earth geschaffen werden, und jüngst in aktuellen Filmen aufgenommen und reflektiert werden.


Vorname
Nachname
E-Mail
Anmerkungen
Telefon
     (alle Felder sind Pflichfelder)
Diese Seite empfehlen / Inhalte drucken | Impressum