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IKKM Lectures | Cranachstr. 47, Salon

09. November |  19:00   |  Jörg Dünne (Erfurt)

»Die Welt als Skript. Weltumrundungen von Magellan bis Verne«


»…dass wir die ganze Rundheit der Erde entdeckt und umfahren haben« – so endet im September 1522 der Brief des Kapitäns Sebastían del Cano, der mit dem einzigen verbleibenden Schiff aus Magellans Flotte nach der ersten Weltumsegelung nach Spanien zurückkehrt. Zwar ist das Wissen um die Kugelgestalt der Erde längst verfügbar, dennoch ist deren ›Rundung‹ zu einem praktisch umfahrbaren Ganzen, so die Vermutung des Beitrags, von ganz bestimmten Formen ihrer Verschriftlichung abhängig. An ausgewählten Beispielen von Weltumrundungen sollen die spezifischen Verschriftlichungsprozesse untersucht werden, die sowohl bereits durchgeführte Reisen aufzeichnen als auch künftige Reisen anleiten können: Die konstitutive Doppelheit von Präskription und retrospektivem Bericht soll mit dem Begriff des Raum-Skripts (»scénario d’éspace«) gefasst werden.
Mit dem Beitrag soll der Untersuchung einer alternativen Form von ›Welt-Literatur‹ der Weg bereitet werden – einer Literatur, die nicht von deterritorialisierten Formen des Austauschs und Transfers zwischen Sprachen und Kulturen ihren Ausgang nimmt, sondern von der konkreten schriftgestützten Verknüpfung von Erzählen und Navigieren.


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