FELLOW
Christoph Asendorf
Cranachstraße 47, 1. OG, Raum 109
Tel.: +49 (0) 3643 – 58 40 06
Email: asendorf [at] euv-ffo.de
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Christoph Asendorf ist Professor für Kunst und Kunsttheorie an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Nach Tätigkeiten an der Berliner Hochschule der Künste und der Bergischen Universität/Gesamthochschule Wuppertal war er 2004/05 Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften Wien. 2008 bekam er die Martin Warnke-Medaille und den Wissenschaftspreis der Universität Hamburg und der Aby-Warburg-Stiftung verliehen. Er forscht derzeit hautpsächlich zu Kunst in der modernen Zivilisation, zur Geschichte der Raumwahrnehmung und zur Ikonographie der Industrialisierung. Unter seinen Publikationen befinden sich Batterien der Lebenskraft – Zur Geschichte der Dinge und ihrer Wahrnehmung im 19. Jahrhundert, Gießen 1984 (engl. 1993); Ströme und Strahlen – Das langsame Verschwinden der Materie um 1900, Gießen 1989 sowie »Knoten des zwischenmenschlichen Netzes« – Über Architektur und Kommunikation. Köln 2007.
Zur Kunst- und Kulturgeschichte der frühen Globalisierung
Unter den Globalisierungshistorikern herrscht Einigkeit, daß der Prozeß einer irreversiblen weltweiten Vernetzung um ca. 1500 begann. Dies soll auch der Einstiegspunkt für die hier geplante Studie sein, die sich bis auf die Zeit um 1850 erstrecken soll, als das industrialistische Weltsystem vollständig ausgeprägt war. Globalisierung bedeutet wesentlich auch eine veränderte Raumpraxis – also neue Relationen, Maßstäbe, Vorstellungen und Handlungsbezüge, die entlang diesbezüglich aussagefähiger Beispiele aus der Kunst- und Kulturgeschichte analysiert werden sollen. Dafür bietet sich ein Dreistufenmodell an mit zunächst einer Epoche der Formierung, die grob das 16. Jahrhundert umfaßt mit seinen Weltlandschaften, systemischen Stadträumen und insgesamt einer umfassenden Neukartierung aller Verhältnisse. »Plus ultra« ist die Devise, der Weg von der »geschlossenen Welt zum unendlichen Universum« das Ergebnis. Die Jahre zwischen 1600 und 1750 ließen sich vielleicht als Epoche der großen Ordnung charakterisieren. Grandiose Maschinen gleichsam der Steuerung werden entworfen, ob mit Versailles oder den Deckenfresken Andrea Pozzos. Dimensionen der Planung weiten sich, Lorrain visiert große lichte Räume. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dann der Ausgriff ins Neue; die bis dahin fraglos gegebenen symbolischen Überwölbungen werden abgeräumt. Ein zweites Zeitalter der Entdeckungen bricht an (Cook, Humboldt). Während zwischen Boullée, Friedrich und Turner entgrenzte Welt-Räume entworfen werden, entsteht ein industrialistischer Weltzusammenhang, dessen Symbolbau (so Sloterdijk mit Rilke) der Kristallpalast als »Weltinnenraum« ist.
Forschungsprojekt am IKKM
Die große Raumrevolution.Zur Kunst- und Kulturgeschichte der frühen Globalisierung
Unter den Globalisierungshistorikern herrscht Einigkeit, daß der Prozeß einer irreversiblen weltweiten Vernetzung um ca. 1500 begann. Dies soll auch der Einstiegspunkt für die hier geplante Studie sein, die sich bis auf die Zeit um 1850 erstrecken soll, als das industrialistische Weltsystem vollständig ausgeprägt war. Globalisierung bedeutet wesentlich auch eine veränderte Raumpraxis – also neue Relationen, Maßstäbe, Vorstellungen und Handlungsbezüge, die entlang diesbezüglich aussagefähiger Beispiele aus der Kunst- und Kulturgeschichte analysiert werden sollen. Dafür bietet sich ein Dreistufenmodell an mit zunächst einer Epoche der Formierung, die grob das 16. Jahrhundert umfaßt mit seinen Weltlandschaften, systemischen Stadträumen und insgesamt einer umfassenden Neukartierung aller Verhältnisse. »Plus ultra« ist die Devise, der Weg von der »geschlossenen Welt zum unendlichen Universum« das Ergebnis. Die Jahre zwischen 1600 und 1750 ließen sich vielleicht als Epoche der großen Ordnung charakterisieren. Grandiose Maschinen gleichsam der Steuerung werden entworfen, ob mit Versailles oder den Deckenfresken Andrea Pozzos. Dimensionen der Planung weiten sich, Lorrain visiert große lichte Räume. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dann der Ausgriff ins Neue; die bis dahin fraglos gegebenen symbolischen Überwölbungen werden abgeräumt. Ein zweites Zeitalter der Entdeckungen bricht an (Cook, Humboldt). Während zwischen Boullée, Friedrich und Turner entgrenzte Welt-Räume entworfen werden, entsteht ein industrialistischer Weltzusammenhang, dessen Symbolbau (so Sloterdijk mit Rilke) der Kristallpalast als »Weltinnenraum« ist.