RESEARCH FELLOW

Dr. Nathalie Bredella

Januar 2010 - Juni 2011
Nathalie Bredella ist Architektin und Architekturtheoretikerin. Seit Januar 2010 ist sie Research Fellow im Programm „Werkzeuge des Entwerfens“ am IKKM. Sie studierte Architektur an der TU Berlin und Cooper Union, New York. Promotion 2008 in Architekturtheorie an der Leibniz Universität Hannover mit einer Arbeit zu Architektur und Film („Architekturen des Zuschauens. Imaginäre und reale Räume im Backstage-Film“). Von 1999 bis 2006 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Architekturfakultät der TU Berlin, wo sie Grundlagen des Entwerfens unterrichtete. Außerdem Entwurfsprojekte zu Architektur, Film und neuen Medien.

Forschungsvorhaben am IKKM

Techniken des Entwerfens. Werkzeuge und Medien in Entwurfsprozessen von Frank O. Gehry Associates

Seit das Computer Aided Design die Praxis der Architektur verändert, stellt sich die Frage nach ihren Auswirkungen auf das Entwerfen und Bauen. Im Mittelpunkt des Projekts steht eine Analyse von Entwurfsmethoden des Architekturbüros Frank O. Gehry Associates. Es soll untersucht werden, wie der Einsatz des Computers Entwurfsprozesse verändert und welche Auswirkungen seine Anwendung auf andere Werkzeuge des Entwerfens besitzt. Um die Frage beantworten zu können, inwieweit Formen des Entwerfens grundlegend durch die digitalen Werkzeuge verändert werden, sollen zum Vergleich Konzeptionen des Entwerfens, die in den Künstlerwerkstätten der Renaissance entwickelt wurden, und die bis heute die Architekturpraxis bestimmen, herangezogen werden.
In den Forschungen zu den Werkstätten in der Renaissance ist herausgearbeitet worden, welche Leistungen erbracht werden mussten, um Großprojekte wie den Petersdom in Rom zu realisieren. Im Werkstattbetrieb der italienischen Renaissancekünstler wurde mit Zeichentechniken für Projektions-, Kopier- und Übertragungsverfahren experimentiert und es kam zur Verbreitung von orthogonalem Plan, Ansicht und Schnitt als den dominanten Repräsentationsmethoden. Es stellt sich nun die Frage, welche Organisationsformen und Werkzeuge im Büro Frank O. Gehry Associates übernommen werden und wie sich ihre Funktion durch den Einsatz des Computers verändert.
Das Architekturbüro Frank O. Gehry Associates folgt zunächst den Konventionen, die im 15. und 16. Jahrhundert entwickelt wurden. Es werden jedoch zusätzlich digitale Werkzeuge eingesetzt, um neue Arbeitsmethoden zu entwickeln; und die Entwicklung neuer Software ermöglicht das Experimentieren mit neuen Darstellungs-, Konstruktions- und Kommunikationsmodellen. Für den architektonischen Entwurfsprozess ist kennzeichnend, dass unterschiedliche Medien in Operationsketten verwendet werden. Diesen Übergängen gilt das Interesse des Projekts. Können sie im digitalen Modell erfasst werden? Kann das digitale Modell alle anderen Werkzeuge des Entwerfens ersetzten? Die Werkzeuge werden in diesem Projekt nicht nur als Mittel für das Umsetzen vorgegebener Ziele verstanden, sondern sie werden als zentrale Momente in Netzwerken, in denen Neues entsteht, begriffen.


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