Medientheorie und politische Philosophie

Freies Forschungsprojekt von Leander Scholz

Disziplinär angesiedelt ist das Forschungsprojekt Medientheorie und politische Philosophie an der Schnittstelle von Medienwissenschaft, Kunstwissenschaft und praktischer Philosophie. Im Zentrum steht das Verhältnis von Medientheorie und politischer Theorie, insofern das Forschungsprojekt politische Philosophien seit der Neuzeit auf die jeweiligen impliziten Medientheorien hin befragt und mittels einer kulturwissenschaftlichen Analyse die Techniken der Sichtbarmachung zu rekonstruieren versucht, die es allererst erlauben, den Raum des Politischen als solchen zu bestimmen und die politischen Akteure zu identifizieren bzw. zu adressieren. Historisch gliedert sich das Forschungsprojekt in drei Untersuchungszeiträume: Der erste Teil beschäftigt sich mit der neuzeitlichen Loslösung der politischen Gründungsakte von den Herkunftslinien einer Königswürde und der Einhegung der dadurch freigewordenen Imagination durch Theorien der Wahrnehmung. Der zweite Teil analysiert die Prominenz des Ästhetischen um 1800 als Versuch, unter den Bedingungen einer zunehmenden Temporalisierung auch solche Variabeln des Politischen in die Ordnung der Sichtbarkeit zu integrieren, die sich dem Zugriff der Repräsentationstechniken entziehen. Der dritte Teil untersucht den Umbau vertragstheoretischer Gründungsmodelle zugunsten asymmetrischer Ursprungsszenarien im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert als Reaktion auf eine Epistemologie, die mit prinzipiell unsichtbaren Akteuren rechnet.

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