Fr 06. Februar 2009
Kulturtechniken des Barock
Tagung am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie der BauhausUniversität Weimar in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster Kulturelle Grundlagen von Integration der Universität Konstanz
12.14. Februar 2009
Programm der Tagung
Die Tagung fragt anhand von drei ausgewählten Beispielen nach der Rolle und Funktion von Kulturtechniken des Barock: Während die Technologien des Selbst die Herrscher, Höflinge und Repräsentanten des Staates anleiten, die Rolle einer politischen Person zu spielen, und das Zeremoniell vorschreibt, wie Fürsten sich repräsentieren und Staaten in Interaktion treten, zielen Verhaltenslehren auf Situationen, die zwar in hohem Maße geregelt, aber gerade nicht vorhersehbar sind. Je mehr das höfische Leben, die Ausübung der Herrschaft und die Kommunikation zwischen den Staaten moralisch reguliert und verrechtlicht, von Vorschriften erfasst und vom Zeremoniell vorherbestimmt werden, desto mehr gewinnen die Kulturtechniken an Bedeutung. Die Tagung möchte die Frage nach den Kulturtechniken, wie sie in den letzten Jahren in der Medienwissenschaft entwickelt worden ist, in die Erforschung des Barock hineingetragen und Anregungen aus Soziologie, Kunstgeschichte,
Islam, Geschichts und Kulturwissenschaften für eine medienhistorische Forschung aufgreifen: Das Augenmerk soll einerseits auf die materialen Bedingungen und Praktiken der höfischen Kultur sowie die Organisations und Verwaltungsformen des Hofs gelenkt werden. Andererseits soll methodischen Hinweisen nachgegangen werden, welche die Kategorie des selbstbestimmten und handlungsmächtigen Subjektes hinterfragen und den monolithischen Begriff einer höfischen Gesellschaft unterlaufen: Kollektive aus menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren produzieren einen politischen Herrscher, gehen mit ihm Verbindungen ein und betreiben „Politik“ in einem solchen Verbund entlang verschiedener Operationsketten. Die kultur und medienhistorischen Beiträge der Tagung untersuchen dementsprechend, wie spezifische Operationsketten auf das Leben am Hofe zugeschnitten worden sind; sie beleuchten die Eigentümlichkeiten verschiedener Räume (Hof, Exerzierplatz, Schiff), an denen die Kulturtechniken ausgeübt werden, und sie versuchen das Netzwerk von menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren nachzuzeichnen, die eine Mikrophysik der Macht an den Höfen begründen.
Zu den Audio-Mitschnitten ausgewählter Vorträge der Tagung...
12.14. Februar 2009
Programm der Tagung
Die Tagung fragt anhand von drei ausgewählten Beispielen nach der Rolle und Funktion von Kulturtechniken des Barock: Während die Technologien des Selbst die Herrscher, Höflinge und Repräsentanten des Staates anleiten, die Rolle einer politischen Person zu spielen, und das Zeremoniell vorschreibt, wie Fürsten sich repräsentieren und Staaten in Interaktion treten, zielen Verhaltenslehren auf Situationen, die zwar in hohem Maße geregelt, aber gerade nicht vorhersehbar sind. Je mehr das höfische Leben, die Ausübung der Herrschaft und die Kommunikation zwischen den Staaten moralisch reguliert und verrechtlicht, von Vorschriften erfasst und vom Zeremoniell vorherbestimmt werden, desto mehr gewinnen die Kulturtechniken an Bedeutung. Die Tagung möchte die Frage nach den Kulturtechniken, wie sie in den letzten Jahren in der Medienwissenschaft entwickelt worden ist, in die Erforschung des Barock hineingetragen und Anregungen aus Soziologie, Kunstgeschichte,
Islam, Geschichts und Kulturwissenschaften für eine medienhistorische Forschung aufgreifen: Das Augenmerk soll einerseits auf die materialen Bedingungen und Praktiken der höfischen Kultur sowie die Organisations und Verwaltungsformen des Hofs gelenkt werden. Andererseits soll methodischen Hinweisen nachgegangen werden, welche die Kategorie des selbstbestimmten und handlungsmächtigen Subjektes hinterfragen und den monolithischen Begriff einer höfischen Gesellschaft unterlaufen: Kollektive aus menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren produzieren einen politischen Herrscher, gehen mit ihm Verbindungen ein und betreiben „Politik“ in einem solchen Verbund entlang verschiedener Operationsketten. Die kultur und medienhistorischen Beiträge der Tagung untersuchen dementsprechend, wie spezifische Operationsketten auf das Leben am Hofe zugeschnitten worden sind; sie beleuchten die Eigentümlichkeiten verschiedener Räume (Hof, Exerzierplatz, Schiff), an denen die Kulturtechniken ausgeübt werden, und sie versuchen das Netzwerk von menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren nachzuzeichnen, die eine Mikrophysik der Macht an den Höfen begründen.
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